Erste Monate des FLOT.-Pilotprojekts stimmen die Initiatoren zufrieden

Text: Vincent Krijtenburg (aus dem Niederländischen übersetzt)
Eine kahle Spundwand muss nicht zwangsläufig ein rostiger Blickfang sein. Im Theodorus Haven in Bergen op Zoom wird seit Juni mit schwimmenden Pflanzkörben experimentiert, die den harten Kaimauern ein natürliches Aussehen geben und zu Biodiversität und Wasserqualität beitragen sollen. Drei Monate nach dem Start des Pilotprojekts ist der erste Eindruck positiv.
Die Pflanzkörbe, die unter dem Namen FLOT zur Begrünung von Spundwänden entwickelt wurden, wurden Anfang dieses Sommers als Pilotprojekt im Hafen aufgehängt. Der Versuch ist eine Initiative der beiden Unternehmen MH Poly Consultants & Engineers und Dutch Water Tech aus Bergen op Zoom.
„Vor etwa drei Monaten haben wir diesen Standort für ein Pilotprojekt genutzt und rund zehn schwimmende Pflanzkörbe ausgelegt, um zu sehen, ob sie an ihrem Platz bleiben“, erzählt Bard Louis, Geschäftsführer von MH Poly Consultants & Engineers. „Im Theodorus Haven fahren regelmäßig große Schiffe vorbei, wodurch die schwimmenden Konstruktionen Wellen und Bewegung ausgesetzt sind. Gerade unter diesen schwierigen Bedingungen muss sich zeigen, ob FLOT in der Praxis standhält.“
„Wir sehen auch viele neue Uferpflanzen, die wir nicht eingepflanzt haben.“
In den vergangenen drei Monaten legten mehrere Binnenschiffe an, mit den unvermeidlichen Wellen, die beim Anlegen entstehen. Jetzt steigen Louis, Nachhaltigkeitsberaterin Merle Lincklaen Arriëns und Beraterin für Boden und Gewässersediment Puck Oomen in ein Kanu, um die Pflanzkörbe zu inspizieren. Sie prüfen nicht nur, ob die Konstruktion noch fest an ihrem Platz hängt, sondern vor allem, wie sich die Bepflanzung entwickelt hat.
Diese erste Inspektion ergibt laut Lincklaen Arriëns ein positives Bild. Die Pflanzen sind kräftig gewachsen, und außerdem haben sich spontan neue Arten angesiedelt. „Es ist stark gewachsen, und wir sehen auch viele neue Uferpflanzen, die wir ursprünglich gar nicht eingepflanzt haben“, sagt sie. Als Beispiel nennt sie die Wilde Sumpfkresse. Auch ein heimischer Knöterich, der aus der Umgebung in den Korb gelangt ist, wurde gefunden.
Dass sich spontan neue Pflanzen ansiedeln, ist genau die Art von Entwicklung, die die Initiatoren sehen wollen. Die Körbe sollen mehr sein als eine grüne Dekoration des Hafens. Durch Pflanzen über und unter Wasser entsteht zusätzlicher Lebensraum für alle möglichen Tiere.
Lebensraum unter Wasser
Bei der Inspektion fällt auch die Entwicklung unter Wasser auf. Die Wurzeln der Pflanzen wachsen aus den Körben ins Wasser. Damit entsteht laut den Initiatoren zusätzlicher Lebensraum für Wasserlebewesen. Auch die Konstruktion unter Wasser spielt dabei eine Rolle. Die Module werden von einem Ballastblock aus Rasengitterstein an ihrem Platz gehalten. Dieses Ballastmaterial sorgt nicht nur für Stabilität, sondern bietet auch Unterwassertieren einen Ort, an dem sie sich ansiedeln können.
„Dieses Pilotprojekt wollen wir mindestens ein Jahr durchhalten.“
Obwohl die ersten Ergebnisse ermutigend sind, ist es laut Louis noch zu früh für Schlussfolgerungen. Das Pilotprojekt soll mindestens ein Jahr dauern. Die Körbe müssen schließlich nicht nur einen sonnigen Sommer überstehen, sondern auch langfristig Schiffswellen und wechselnden Wetterbedingungen standhalten. „Dieses Pilotprojekt wollen wir mindestens ein Jahr durchhalten, um zu sehen, was auch langfristig mit unseren Pflanzkörben passiert“, so Louis.
Für ihn ist die technische Haltbarkeit ein wichtiger Maßstab. „Ich bin sehr zufrieden, wenn sie den Test bestehen und nach einem Jahr intensiver Belastung durch Schiffswellen keine strukturellen Schäden zeigen.“
Während der Fahrt werden deshalb auch die Stahlseile und Befestigungspunkte kontrolliert. Bislang scheint es wenig Grund zur Sorge zu geben. „Alles hängt noch ordentlich an seinem Platz. Nichts ist lose, sie hängen nicht schief. Eigentlich sind alle Pflanzkörbe noch gefüllt. Ja, das sieht gut aus“, fasst Puck Oomen zusammen.
Ein kleines Ökosystem
An Bord des Kanus träumen die drei laut von einer vollständig grünen Spundwand. Das würde laut den Initiatoren den größten Gewinn für die Biodiversität bringen. Doch schon jetzt können sie feststellen, dass selbst der aktuelle, relativ kleine Eingriff Wirkung zeigt. Die Kombination aus Pflanzen, Wurzeln und der Struktur unter Wasser bildet bereits einen kleinen Lebensraum.
Sehen Sie sich auch das Video an: Schwimmende Pflanzkörbe sollen den Theodorushaven grüner machen
Direkter Link zu ZuidWestTV (Niederländisch): https://www.zuidwestupdate.nl/nieuws/eerste-maanden-van-flot-pilot-stemmen-initiatiefnemers-tevreden/
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